Das erste Volk, die erste Beute

Welche Beute? Hier seht ihr meine Bienenkisten, mit denen ich gestartet bin. Ich habe die Kisten selbst nachgebaut und dort einen Schwarm Carnica-Bienen eingeschlagen. Gleich der erste Versuch war erfolgreich, ich konnte Honig ernten! Sehr lecker, sag ich euch!!!! Erfolg schmeckt halt süß!

Welches Beute ist die richtige Beute? – ist eine komplizierte Frage, denn das kommt ganz darauf an, welches System der Imkerei du betreiben willst. Schon der Wechsel der Bienengattung von “Carnica” auf “Buckfast” bringt Schwierigkeiten mit sich, z.B., wenn du mit einem Einengungsschied imkerst.

Beuten

Ich empfehle dir die Frankenbeute (in Styropor) weil du in dieser Beute verschiedene Rähmchenmaße unterbringen kannst. So passen z.B. die beliebten Rähmchenmaße “Deutsch Normal” und “Zander” in dieselbe Zarge. “Zander” im Kaltbau, “Deutsch Normal” im Warmbau. Auch Dadant-, Langstroth– Maße lassen sich auf die Zargen dieser Beute setzen, falls du mal ein Volk auf einem fremden Rähmchenmaß bekommst. Wenn du Holzbeuten bevorzugst, dann empfehle ich die Hohenheimer Einfachbeute, auch Liebigbeute genannt. Hier kann man Deutsch-Normal, Zander, sogar Zadant-Rähmchen (diese sind eigentlich tiefere Zanderrähmchen, flächenmäßig ähnlich wie US Dadant) verwenden.

Das Gewicht einer Zarge kann locker 30 Kilogramm erreichen, wie sieht es also mit deiner Kraft aus, wenn du die Beute einmal umsetzten musst? Auch der Kraftfaktor sollte erwogen sein, es gibt Styroporbeuten, die dir das Imkern erleichtern und du kannst ein günstiges Rähmchenmaß wählen, aus dem gleichen Grund.

Zandermaß in Frankenbeuten aus Styropor

Rähmchen

Ich selbst imkere eigentlich auf Zandermaß, weil diese Größe gerade noch gut ausreicht, um ein Volk einzargig darin überwintern zu lassen und nicht zu groß für ein kleines Volk zum Überwintern ist. Außerdem bestehen meine Honigräume auch aus Zander, so dass ich ausschließlich ein Rähmchenmaß habe, was das Auswechseln der Rähmchen vereinfacht. Meine Rähmchen sind Hoffmann-Rähmchen, so brauche ich keine Abstandshalter zwischen den Rähmchen. Dieses Maß kann ich sowohl in einer Liebig Holzbeute, wie auch in einer Frankenbeute verwenden, die in meinem Fall aus Styropor ist und meistens gelb gestrichen. Die Rähmchen sind dann im Kaltbau.

Seit 2019 versuche ich mich allerdings auch an Zadant. Warum? Es gibt da einen Bruder Adam, der die Buckfast-Biene gezüchtet hat, als in der Vergangenheit fast 90% der Bienen in England einem Milbenproblem zum Opfer fielen. Seine Betriebsweise gefällt mir, deshalb versuche ich mich seit kurzem daran. Er imkerte auf US Dadant und benötigte nur einen Brutraum. Zadant (das Wort ist eine Mischung aus Zander und Dadant) ist also fast genauso groß wie Dadant. Für mich ist der Vorteil dass ich meine Böden, Deckel usw. weiter verwenden kann. Durch einen Erhöhungsring kann ich die von der Fläche her größeren Zadant-Rähmchen verwenden, die bei einem großen Volk ein einzargiges Überwintern ermöglichen.

Bienenschwarm in die Beute einlaufen lassen

Einlaufen/Einziehen lassen

Du wirst nie vergessen, wenn du dein ersten Volk in die Beute einziehen/einlaufen lässt. Egal ob in eine Bienenkiste oder eine andere Beute. Besorge dir ein breites Brett, dass du schräg zum Eingang der Beute hin anlegst, schütte alle Bienen vorsichtig auf dieses Brett und warte ab, was passiert. Die Bienen werden nicht auffliegen, sondern langsam anfangen in die Beute zu krabbeln, bis auch die letzte Biene drin ist.

Achtung: Wenn die Bienen neu in eine leere Kiste einziehen, haben sie kein Futter und kein Wasser, dafür bist erstmal du zuständig. Zwei Tetra-Packs (mind. 1 Liter, besser mehr) mit jeweils einmal Futter und einmal Wasser, gehören auf den Boden in die Beute. In die Tetra-Packs, die du aufgeschnitten hast, damit viele Bienen heran kommen, musst du Kletterhilfen, wie Gestrüpp, Zweige, o.ä. hineinlegen, damit die Bienen nicht ersaufen, sondern wieder herauskrabbeln können. Eine Futterzarge tut es natürlich auch, diese setzt man von oben auf das Volk.